Hier meine ersten Bilder von der Thistlegorm! ( Pictures from Thistlegorm 2011 )Da die Thistlegorm ein etwas größeres Schiff ist wurden beim Briefing 2 Tauchgänge zum Wrack beschlossen. Dies war auch ein großer Moment für mich! nur wegen dieses Schiffes machten wir 1 Woche Urlaub in Sharm el Sheikh. Es war aufregend und Atemberaubend schön [...]
Das Wrack der Thistlegorm
Die 1941 vor der Südspitze der Sinai-Halbinsel im Roten Meer versenkte britische SS THISTLEGORM gehört heute weltweit zu den von Tauchern meistbesuchten Schiffswracks.
Das Dampfschiff THISTLEGORM ( englisch-gälisch: „Blaue Distel“) war am Anfang des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1940 im nordostenglischen Sunderland vom Stapel gelaufen. Die knapp 5000 BRT messende THISTLEGORM war 128 Meter lang und 18 Meter breit. Sie war als bewaffneter Frachter klassifiziert und hatte ein 12 cm- Geschütz als Hauptarmierung sowie einige leichte Flugabwehrwaffen an Bord.
Am 2.6.1941 lief die THISTLEGORM von Glasgow mit Kurs Alexandria aus. Sie hatte vor allem Kriegsmaterial für die in Ägypten stationierten britischen Truppen an Bord. Zur Ladung gehörten Schützenpanzer, Militärtransportwagen und sogar zwei Eisenbahnlokomotiven. Aus Sicherheitsgründen nahm die THISTLEGORM nicht den hochriskanten Kurs durch das Mittelmeer, sondern umfuhr den afrikanischen Kontinent. Ende September ereichte der Frachter das Rote Meer bei Aden. Von hier aus fuhr die THISTLEGORM in einem Konvoi weiter Richtung Suez-Kanal. Da der Kanal blockiert war, ging der Konvoi am 6. September 19 Meilen von Ras Mohammed entfernt in der Straße von Galub vor Anker, um hier die Beseitigung der Blockierung abzuwarten.
Zehn Tage später, wurde der ankernde Konvoi nachts von einem deutschen Kampfflugzeug angegriffen. Die Heinkel He 110, die bei dem Angriff abgeschossen wurde, warf ihre zwei Anti-Schiffsbomben auf die THISTLEGORM ab. Das Schiff wurde achtern getroffen. Durch den Treffer und durch die Explosionen der hochgehenden Munitionsfracht brach das Achterschiff ab und die THISTLEGORM sank innerhalb weniger Minuten. Dabei kamen neun Mann der 39köpfigen Mannschaft ums Leben. Die restliche Mannschaft und die abgeschossene Besatzung des deutschen Bombers wurden gerettet.
Das Schiff sank in eine Tiefe von 30 Metern ab. 1956 suchte Taucherlegende Jean-Jacques Cousteau mit seiner CALYPSO-Crew das in Vergessenheit geratene Schiff und fand es auf Position N 27° 48,849′ E 33° 55,222′. Die THISTLEGORM geriet allerdings erneut in Vergessenheit und wurde erst 1991 von deutschen Sporttauchern wieder entdeckt.
Seitdem gilt das unweit der ägyptischen Touristenhochburgen Sharm El- Sheikh und Dahab in Gewässern mit ausgedehnten Korallenriffen liegende Wrack als ein Tauchtourismus-Anziehungspunkt ersten Ranges. Jedes Jahr werden etwa 100.000 Tauchgänge gezählt. Zur Attraktivität des teilweise mit Korallen bewachsenen Wracks haben unter anderem der problemlose Zugang der großen vorderen Laderäume mit den zahlreichen Weltkriegs-Artefakten sowie der gute Erhaltungsgrad des Rumpfes und der Kommandobrücke beigetragen.
Das Schiff ist bei Beachtung der üblichen Vorsichtsmaßnahmen bei Besuch eines verrostenden Wracks relativ einfach betauchbar, wenngleich die Strömungen in dem Seegebiet nicht unterschätzt werden sollten.
Das Schiffs-Wrack der Dunraven am Sinai
Das Wrack des 85 Meter langen und 10 Meter breiten Dampfseglers Dunraven liegt in der Straße von Gubal, im Sha’ab Mahmoud am Beacon Rock in der Nähe der Südspitze der Sinai-Halbinsel. In den frühen Morgenstunden des 22. April 1876 lief das Schiff mit voller Fahrt im nördlichen Roten Meer auf ein Korallenriff auf und nahm Schaden an der Backbordseite und den Dampfleitungen. Zudem waren beim Aufprall brennende Kohlen aus den Feuerbuchsen gefallen, die einen Schwelbrand verursachten. Die Besatzung konnte den sich ausbreitenden Brand nicht unter Kontrolle bringen, gleichzeitig drang trotz unermüdlicher Arbeit der Lenzpumpen stetig Wasser in das Schiff ein und erreichte gegen Mittag das Oberdeck. Um etwa 17 Uhr rutschte die Dunraven vom Riff ins tiefere Wasser und versank. Verursacht wurde das Unglück aller Wahrscheinlichkeit nach durch einen Navigationsfehler des Kapitäns. Die Besatzung des Schiffs konnte sich und einen Teil der Ladung und Ausrüstung in Sicherheit bringen und wurde drei Tage nach dem Unglück von einem vorbeifahrenden Dampfer gerettet. Passagiere waren nicht an Bord der Dunraven gewesen.
Zum Zeitpunkt des Unfalls war das Schiff mit einer Ladung Gewürze, Baumwolle und Tropenholz von Bombay über Karachi auf dem Weg nach Newcastle, England. Der überwiegend dampfbetriebene Rahschoner mit zusätzlichen Schratsegel und drei Rahsegeln am Fockmast lief erstmals 1873 bei der Werft “Mitchell Iron Shipbuilders” vom Stapel.
Die gesunkene Dunraven wurde erst 1977 bei der Suche nach Erdölvorkommen unter der Leitung von Ayre Keller wieder entdeckt. Zunächst konnten jedoch das Alter und die Identität des Wracks nicht eindeutig festgestellt werden; die Identifizierung war erst 1978 nach dem Fund eines Porzellantellers mit Aufdruck des Schiffnamens “S.S. Dunraven” möglich.
Das Wrack der Dunraven liegt kieloben am Riff. Die maximale Tiefe wird an der Reling des Achterschiffs mit ca. 28 Metern erreicht, die minimale Tiefe mit ca. 17 Metern an der Kielspitze des Bugs. Dieser ist abgebrochen, liegt aber noch im Verband mit dem Rest des Schiffs. Der Schiffskörper ist an einigen Stellen, besonders am Mittelteil, stark zerstört. Auch die Überreste der Masten und des Schornsteins an der riffabgewandten Seite sind nicht mehr als solche zu erkennen. Es ist jedoch möglich, in das Schiffsinnere zu gelangen und am Rumpfverlauf langsam aufsteigend entlangzutauchen. Hier findet man auch u.a. noch die Reste der Dampfmaschine. Nicht betauchen sollte man jedoch den zusammengefallenen Bereich des Bugs.
Das Wrack der Dunraven ist stark bewachsen mit Stein-, Leder- und Weichkorallen, insbesondere das Ruder mit dem Propeller. Zudem stellt es ein Biotop mit großem Artenreichtum dar und bietet verschiedenen Fischen einen Lebensraum.