Das Schiffs-Wrack der Dunraven am Sinai
Das Wrack des 85 Meter langen und 10 Meter breiten Dampfseglers Dunraven liegt in der Straße von Gubal, im Sha’ab Mahmoud am Beacon Rock in der Nähe der Südspitze der Sinai-Halbinsel. In den frühen Morgenstunden des 22. April 1876 lief das Schiff mit voller Fahrt im nördlichen Roten Meer auf ein Korallenriff auf und nahm Schaden an der Backbordseite und den Dampfleitungen. Zudem waren beim Aufprall brennende Kohlen aus den Feuerbuchsen gefallen, die einen Schwelbrand verursachten. Die Besatzung konnte den sich ausbreitenden Brand nicht unter Kontrolle bringen, gleichzeitig drang trotz unermüdlicher Arbeit der Lenzpumpen stetig Wasser in das Schiff ein und erreichte gegen Mittag das Oberdeck. Um etwa 17 Uhr rutschte die Dunraven vom Riff ins tiefere Wasser und versank. Verursacht wurde das Unglück aller Wahrscheinlichkeit nach durch einen Navigationsfehler des Kapitäns. Die Besatzung des Schiffs konnte sich und einen Teil der Ladung und Ausrüstung in Sicherheit bringen und wurde drei Tage nach dem Unglück von einem vorbeifahrenden Dampfer gerettet. Passagiere waren nicht an Bord der Dunraven gewesen.
Zum Zeitpunkt des Unfalls war das Schiff mit einer Ladung Gewürze, Baumwolle und Tropenholz von Bombay über Karachi auf dem Weg nach Newcastle, England. Der überwiegend dampfbetriebene Rahschoner mit zusätzlichen Schratsegel und drei Rahsegeln am Fockmast lief erstmals 1873 bei der Werft “Mitchell Iron Shipbuilders” vom Stapel.
Die gesunkene Dunraven wurde erst 1977 bei der Suche nach Erdölvorkommen unter der Leitung von Ayre Keller wieder entdeckt. Zunächst konnten jedoch das Alter und die Identität des Wracks nicht eindeutig festgestellt werden; die Identifizierung war erst 1978 nach dem Fund eines Porzellantellers mit Aufdruck des Schiffnamens “S.S. Dunraven” möglich.
Das Wrack der Dunraven liegt kieloben am Riff. Die maximale Tiefe wird an der Reling des Achterschiffs mit ca. 28 Metern erreicht, die minimale Tiefe mit ca. 17 Metern an der Kielspitze des Bugs. Dieser ist abgebrochen, liegt aber noch im Verband mit dem Rest des Schiffs. Der Schiffskörper ist an einigen Stellen, besonders am Mittelteil, stark zerstört. Auch die Überreste der Masten und des Schornsteins an der riffabgewandten Seite sind nicht mehr als solche zu erkennen. Es ist jedoch möglich, in das Schiffsinnere zu gelangen und am Rumpfverlauf langsam aufsteigend entlangzutauchen. Hier findet man auch u.a. noch die Reste der Dampfmaschine. Nicht betauchen sollte man jedoch den zusammengefallenen Bereich des Bugs.
Das Wrack der Dunraven ist stark bewachsen mit Stein-, Leder- und Weichkorallen, insbesondere das Ruder mit dem Propeller. Zudem stellt es ein Biotop mit großem Artenreichtum dar und bietet verschiedenen Fischen einen Lebensraum.
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